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Warum ist die Materialauswahl entscheidend für die Haltbarkeit von Getrieben?

Dec 01, 2025

Wie Materialeigenschaften die Ausfallarten von Getrieben beeinflussen

Häufige Getriebeausfallarten in Verbindung mit Materialeigenschaften

Laut dem Bericht von ASM International aus dem Jahr 2023 gehen etwa 72 % aller Getriebeschäden auf Materialermüdung und Verschleißprobleme zurück. Der Zusammenhang zwischen dem Verhalten der Werkstoffe und den Ursachen für Zahnradausfälle ist ziemlich eindeutig, wenn man genauer hinsieht. Die Zugfestigkeit zeigt im Wesentlichen, ob ein Zahnrad den wiederholten Biegekräften standhalten kann, ohne zu brechen, während die Oberflächenhärte bestimmt, ob es über die Zeit hinweg Pitting-Schäden oder Abrieb widerstehen kann. Nehmen wir beispielsweise Zahnräder aus kohlenstoffarmem Stahl wie AISI 1020. Diese zeigen oft bereits vorzeitig Anzeichen von Biegewechselfestigkeit, da ihr Kern nicht hart genug ist, um hohen Drehmomentbelastungen standzuhalten. Wenn eine solche Diskrepanz zwischen den Anforderungen der Maschine und den tatsächlich erreichbaren Materialeigenschaften besteht, treten bestimmte Ausfallmuster immer wiederkehrend auf. Kluge Ingenieure wissen, dass dies vorhersehbar genug geschieht, sodass eine sorgfältige Werkstoffauswahl fast zur Selbstverständlichkeit wird, um diese häufigen Probleme zu vermeiden.

Biegeermüdung, Grübchenbildung und Verschleiß: Die Rolle ungeeigneter Werkstoffauswahl

Werkstoffversagen durch Biegeermüdung tritt auf, wenn ein Material nicht zäh genug ist, um plötzliche Stoßbelastungen zu verkraften, was wir häufig bei durchgehärteten Stählen beobachten, die einfach zu spröde sind. Wenn Zahnräder nicht ordnungsgemäß gehärtet werden, verschlimmern sich Probleme mit Grübchenbildung (Pitting) sehr schnell. Dies zeigt sich deutlich an unbehandelten Standardzahnrädern aus dem Baustahl 1045. Die Oberflächenhärte muss über 55 HRC liegen, damit diese Teile eine akzeptable Lebensdauer erreichen. Durch Aufkohlen und andere Randschichthärtungsverfahren kann die Oberflächenhärte über 60 HRC gesteigert werden, doch wenn die gehärtete Schicht nicht tief genug ist (weniger als 0,8 mm), führen hohe Belastungen zur Bildung lästiger Absplitterungen, sogenannter Spalls. Und hier ist noch ein weiterer wichtiger Punkt: Verschleiß wird besonders stark, wenn der Werkstoff nicht mindestens 1,5-mal härter ist als die Verunreinigungen, die in industriellen Umgebungen in der Regel vorhanden sind.

Fallstudie: Reale Getriebeschäden aufgrund nicht kompatibler Materialeigenschaften

In einem Schlachtbetrieb in Nebraska fielen die Getriebe alle paar Monate aus, obwohl Standardbauteile aus legiertem AISI-4140-Stahl verwendet wurden. Als Ingenieure den Grund hierfür untersuchten, stellten sie fest, dass die temperierte Martensitstruktur schnell zerfiel, sobald die Temperaturen 150 Grad Celsius überstiegen. Es stellte sich heraus, dass die ursprünglichen Teile überhaupt nicht ordnungsgemäß wärmebehandelt worden waren. Nach dem Wechsel zu vakuumgeschmolzenem 8620-Stahl mit einer Einsatzhärtung, die die Härte auf 62 HRC erhöhte, hielten die neuen Zahnräder beeindruckende 54 Monate, bevor ein Austausch nötig wurde. Das Unternehmen gab rund eine Viertelmillion Dollar für diese Modernisierung aus, sparte sich jedoch durch die Vermeidung kostspieliger Ausfälle fast 18.000 Dollar pro Monat. Das ist durchaus nachvollziehbar, wenn man bedenkt, was in der Studie des Reliability Engineering Journal des vergangenen Jahres über Industriematerialien gezeigt wurde.

Zug- und Streckfestigkeit: Grundlagen der Tragfähigkeit

Die Materialien, die für Zahnräder verwendet werden, müssen extrem hohe, wiederholte Belastungen aushalten, ohne dauerhaft verformt zu werden. Bei der Betrachtung von Materialeigenschaften gibt die Zugfestigkeit im Wesentlichen an, wie viel Belastung ein Material aushält, bevor es vollständig bricht, während die Streckgrenze angibt, ab wann sich das Material dauerhaft verformt. Nehmen wir beispielsweise den Stahl AISI 4140 – diese spezielle Legierung weist eine Streckgrenze von etwa 950 MPa auf, was bedeutet, dass sie dynamische Lasten von deutlich über 85.000 Newton gemäß den Prüfstandards ASTM A370-22 tragen kann. Branchenrichtlinien des AGMA zeigen einen Zusammenhang zwischen Oberflächenhärte und der Lebensdauer von Zahnrädern unter wiederholten Biegekräften auf. Die meisten Hersteller streben gehärtete Stähle mit einer Härte von mindestens 500 HB an, da diese Materialien sich bei den extrem langen Betriebszyklen, wie sie in industriellen Getrieben weltweit in Fabriken vorkommen, besser bewähren.

Oberflächen- und Kerndurchhärtung: Ausgewogenheit zwischen Verschleißfestigkeit und Ermüdungslebensdauer

Einsatzgehärtetes Material weist Oberflächenhärten von etwa 58 bis 62 auf der Rockwell-Skala auf, um Kratzern und Schrammen zu widerstehen, behält jedoch den inneren Teil des Metalls mit etwa 28 bis 32 HRC weicher, sodass es plötzliche Stöße aushält, ohne zu brechen. Werden die Oberflächen jedoch zu hart (über 64 HRC), neigen sie zur Sprödigkeit und bilden feine Grübchen, wenn schnell gleitende Beanspruchungen auftreten. Eine Untersuchung an Getriebesystemen im Bergbau hat etwas Interessantes gezeigt: Bei einsatzgehärteten Zahnrädern ergaben sich schrittweise Härteverläufe von der Oberfläche zum Kern hin, wodurch nach 10.000 Stunden kontinuierlichem Betrieb die Grübchenbildung um fast drei Viertel reduziert wurde. Dies entspricht gemäß AGMA-Normblatt 925-A23, falls jemand die Details nachschlagen möchte.

Abwägungen zwischen Festigkeit, Zähigkeit und Sprödigkeit bei Stahllegierungen

Eigentum AISI 8620 AISI 4140 AISI 1045
Härte (HRC) 60 (Case) / 32 55 (Through) 25 (Untreated)
Wirkungsgrad 55 J (Charpy) 28 J 45 J
Kostenindex 1,8x 1,3x 1,0x

Einsatzgehärteter 8620 bietet überlegene Zähigkeit für Anwendungen mit hohen Stoßbelastungen, wie z. B. Getriebe von Windkraftanlagen, während durchgehärteter 4140 eine höhere Biegefestigkeit für drehmomentintensive Systeme bereitstellt. Unbehandelter 1045-Stahl versagt zwar kostengünstig, bricht jedoch unter zyklischen Lasten, die 40 % der Streckgrenze überschreiten, katastrophal zusammen – ein entscheidender Aspekt beim Konstruieren von Automobilgetrieben.

Vergleichende Analyse gängiger Getriebematerialien

Leistungsvergleich: Legierter Stahl vs. Kohlenstoffstahl vs. Edelstahl vs. Gusseisen vs. technische Kunststoffe

Bei der Auswahl von Materialien für mechanische Bauteile müssen Ingenieure Faktoren wie Festigkeit, Verschleißfestigkeit und die Art der Umgebung berücksichtigen, in der das Bauteil eingesetzt wird. Legierte Stähle wie AISI 4140 und 8620 sind Standardmaterialien für hochbelastete Teile, da sie Zugfestigkeiten zwischen 1.200 und 1.500 MPa aushalten, wobei ihre Oberflächen durch Aufkohlen auf über 60 HRC gehärtet werden können. Kohlenstoffstähle wie 1045 eignen sich gut zur Lastabtragung, wenn Kosten wichtiger sind als Korrosionsschutz, obwohl sie anfälliger für Grübchenbildung sind als Nickel-Chrom-Legierungen. Edelstahl bewährt sich in aggressiven chemischen Umgebungen, in denen andere Metalle korrodieren würden, hält aber bei wiederholten Belastungswechseln nicht so lange wie richtig wärmebehandelte legierte Stähle. Für Gehäusebauteile, bei denen Schwingungen gedämpft werden müssen, bleibt Gusseisen trotz seines Gewichts beliebt. Gelegentlich greifen Ingenieure auf Nylon und ähnliche Kunststoffe zurück, um leisere Funktion in Systemen mit geringen Drehmomentanforderungen zu erzielen.

Material Stärke Verschleißfestigkeit Kostenwirksamkeit Beste Anwendung
Legierter Stahl Extrem Hoch - Einigermaßen Schwerlast-Industriegetriebe
Gusseisen - Einigermaßen Mittel Hoch Gehäuse, Langsamläufer
Technische Kunststoffe Niedrig Variable Hoch Leichtbau, nicht kritisch

Kosten im Verhältnis zur Lebensdauer: Bewertung der Gesamtbetriebskosten nach Werkstoff

Legierte Stähle kosten definitiv 30 bis 50 Prozent mehr als normale Kohlenstoffstähle, halten aber bei kontinuierlichem Einsatz deutlich länger, was langfristig weniger Ersatz bedeutet. Bei stationären Getrieben erweist sich Gusseisen trotz anderslautender Annahmen langfristig als die wirtschaftlichste Wahl. Diese Bauteile können unter normalen Betriebsbedingungen 15 bis 20 Jahre ohne größere Probleme eingesetzt werden. Dagegen wirken Engineering-Kunststoffe auf dem Papier attraktiv, da sie bei Leichtbauteilen etwa 40 Prozent Einsparungen ermöglichen, doch die Wartungskosten steigen tendenziell in Umgebungen mit ständiger Abnutzung. Viele Betriebe stellen fest, dass sie langfristig mehr Geld für die Instandhaltung von Kunststoffbauteilen ausgeben, als sie anfänglich gespart haben.

Wann welcher Werkstoff gewählt werden sollte: Anwendungsspezifische Empfehlungen

  • Legierungsstähle : Bergbaugeräte, Windkraftgetriebe und schwere Maschinen, die Stoßbelastungen ausgesetzt sind
  • Edelstähle : Marinesysteme oder chemische Verarbeitungsanlagen, die die Korrosionszertifizierung nach ISO 9227 erfordern
  • Technische Kunststoffe : Förderanlagen in der Lebensmittelverarbeitung, medizinische Geräte und Robotik mit einem Geräuschpegel von <25 dB
  • Gusseisen : Pumpengehäuse, landwirtschaftliche Maschinen und Anwendungen, bei denen Schwingungsdämpfung Priorität vor Gewichtseinsparung hat

Temperatur, Lastwechsel und Stoßbelastung: Materialauswahl entsprechend der betrieblichen Beanspruchung

Die Materialien, die für Getriebe verwendet werden, müssen Temperaturschwankungen von über 150 Grad Celsius in realen industriellen Umgebungen gut standhalten. Baustahlbauteile neigen dazu, sich schneller abzunutzen, wenn sie ständigen Belastungs- und Entlastungszyklen ausgesetzt sind. Wenn plötzliche Stöße mit dem Dreifachen des normalen Drehmoments auftreten, reichen herkömmliche Materialien nicht mehr aus. Deshalb sind robuste Legierungen wie AISI 4340 in solchen Situationen notwendig. Ein weiteres häufiges Problem tritt auf, wenn sich die unterschiedlichen Teile bei Erwärmung nicht gleichmäßig ausdehnen. Das Gehäuse dehnt sich anders aus als die Zahnräder selbst, was manchmal dazu führt, dass sie komplett blockieren. Dies ist tatsächlich eine der Hauptursachen dafür, dass Planetengetriebe versagen, wenn sie nicht richtig für ihren spezifischen Einsatz ausgelegt sind.

Korrosionsbeständigkeitsanforderungen in rauen oder feuchten Umgebungen

Edelstähle und nickelbasierte Legierungen verhindern chloridinduzierte Spannungsrisskorrosion in Schiffgetrieben, bei denen die Exposition gegenüber Salzwasser die Lebensdauer von Kohlenstoffstahl um 63 % verkürzt (ASM International 2023). In der chemischen Verarbeitung übertrumpfen Super-Duplex-Stähle die Standardvariante 304 bei der Beständigkeit gegen Lochfraß durch saure Kühlmittel.

Verschleißfestigkeit unter Hochgeschwindigkeits- und abrasiven Bedingungen

Wenn sie in Getrieben von Windkraftanlagen eingesetzt werden, die mit Geschwindigkeiten über 20 Metern pro Sekunde laufen, reduziert vergüteter AISI 8620-Stahl die Abnutzung auf weniger als 0,1 %. Was macht dieses Material so effektiv? Nun, es verfügt über gehärtete Außenlagen mit einer Härte von über 60 HRC, während der Kern bei etwa 30 HRC bleibt. Dadurch entsteht eine gute Balance zwischen Verschleißfestigkeit und der Verhinderung von Rissausbreitung im Metall. Für den Bergbau, wo Förderanlagen abrasivem Silikatstaub ausgesetzt sind, können Karbidbeschichtungen den entscheidenden Unterschied ausmachen. So behandelte Zahnräder halten etwa achtmal länger als ihre unbeschichteten Pendants aus herkömmlichem legiertem Stahl. Diese Art von Langlebigkeit bedeutet direkt weniger Austauschbedarf und Wartungsstillstände in einigen der rauen industriellen Umgebungen weltweit.

Wärmebehandlung und Oberflächenveredelungstechniken für verbesserte Haltbarkeit

Einsatzhärten, Nitrieren und induktives Härten: Auswirkungen auf Ermüdung und Verschleiß

Oberflächenhärtungsverfahren erhöhen die Lebensdauer von Bauteilen, indem sie die äußeren Oberflächen verschleißfest machen, ohne die Flexibilität der inneren Materialien zu beeinträchtigen. Bei der Aufkohlung wird Kohlenstoff bei Temperaturen von typischerweise 900 bis 950 Grad Celsius in niedriglegierte Stähle eingediffundiert, wodurch die widerstandsfähigen Außenlagen entstehen, die für stark belastete Zahnräder erforderlich sind. Ein weiterer Ansatz ist das Nitrieren, bei dem Stickstoff bei Temperaturen zwischen 500 und 600 Grad Celsius in die Metalloberfläche eingelagert wird. Laut einer 2022 im Fachjournal Tribology International veröffentlichten Studie kann dies die Ermüdungsbeständigkeit von Bauteilen bei Hochgeschwindigkeitsanwendungen um etwa 40 Prozent steigern. Für Zahnfußbereiche von Zahnrädern stellt die induktive Härtebehandlung eine besonders geeignete Lösung dar. Sie nutzt elektromagnetische Felder, um gezielt bestimmte Bereiche zu härten, und hat sich als wirksam gegen Biegeermüdungsprobleme erwiesen, die während wiederholter Belastungszyklen auftreten.

Mikrostrukturelle Veränderungen und deren Auswirkungen auf die Einsatzdauer

Wärmebehandlung verändert kristalline Strukturen, um die Leistung zu optimieren. Die Oberflächenhärte wandelt Oberflächen-austenit in martensit um und erreicht eine Härte von 60–65 HRC, während ein duktiler Kern erhalten bleibt. Übertempern reduziert den restlichen Austenit auf unter 15 % und minimiert so die Initiation von Mikrorissen. Kontrollierte Abkühlung verhindert die Ausscheidung von Karbiden an Korngrenzen und verlängert dadurch die Lebensdauer von Planetengetrieben um 30–50 % im Vergleich zu unbehandelten Bauteilen.

Kugelstrahlen, Polieren und Beschichtungen: Verringerung von Grübchenbildung, Schleifspuren und Oberflächenverschleiß

Wenn das Kugelstrahlen angewendet wird, entstehen wichtige Druckspannungen von etwa -800 MPa, die helfen, Risse in Sonnenrädern zu verhindern, wenn diese plötzlichen Torsionsbelastungen ausgesetzt sind. Bei der Oberflächenbearbeitung ermöglicht präzises Polieren Ra-Werte unter 0,4 Mikrometer. Dies ist besonders wichtig, da glattere Oberflächen Schmierprobleme in Hochgeschwindigkeits-Schneckenantrieben reduzieren, wo das Öl oft nicht lange genug haftet. Die neueren Dünnfilm-Beschichtungen, wie das mit Wolfram dotierte DLC (Diamond-Like Carbon), senken die Reibungswerte erheblich auf zwischen 0,08 und 0,12. Diese modernen Beschichtungen sind den herkömmlichen Phosphatierungen bei weitem überlegen, was die Verhinderung von Grübchenbildung während der kritischen Einlaufphase neuartiger Getriebe angeht.

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